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Traditions­gemeinschaft
LTG 63

Tiefgreifende Veränderungen durch die Wiedervereinigung

Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung entstanden neue Verbindungen zwischen NVA und Bundeswehr.

1990

Delegation aus Dresden besucht erstmalig das Geschwader

Im Juli 1990 besuchte erstmals eine Delegation der Transportstaffel 24 der Nationalen Volksarmee aus Dresden-Klotzsche das Lufttransportgeschwader 63 (LTG 63) in Hohn. Da eine Anreise mit einer Antonow An-26 noch nicht genehmigt werden konnte, reisten die Soldaten mit einem Barkas-Mannschaftsbus an. Am 12. Juli 1990 flogen Soldaten des LTG 63 gemeinsam mit Offizieren der NVA in einer Transall über Schleswig-Holstein. Damit wurden wichtige erste Kontakte zwischen NVA und Bundeswehr geknüpft.

Bereits im Herbst 1984 waren Besatzungen aus Hohn und Dresden bei internationalen Hilfsflügen nach Äthiopien erstmals miteinander in Kontakt gekommen. Im Zuge der bevorstehenden deutschen Wiedervereinigung wurden diese Kontakte 1990 weiter intensiviert.

Das Lufttransportgeschwader 65 in Neubrandenburg entsteht

Am 15. Oktober 1990 landete erstmals eine Antonow An-26 der ehemaligen DDR auf dem NATO-Flugplatz Hohn. Die Besatzung der Transportstaffel 24 war nun mit einem eigenen Flugzeug angereist. Die ehemaligen NVA-Soldaten wurden später in die Bundesluftwaffe übernommen und mit ihren Flugzeugen in das Lufttransportgeschwader 65 in Neubrandenburg integriert, das bis 1992 bestand.

Die neue LUZg-Abfertigungshalle ist fertig

Ab November 1990 übernahm das LTG 63 verstärkt Transportaufträge im Rahmen der logistischen Unterstützung der US Air Force während des Golfkrieges. Gleichzeitig wurde am 22. November 1990 die neue Luftumschlaghalle in Hohn übergeben. Die moderne Anlage ermöglichte eine deutlich effizientere Abfertigung, Lagerung und Bereitstellung von Luftfracht.

Hungerhilfe für Russland

Im Dezember 1990 beteiligten sich Besatzungen aus Hohn an der „Hungerhilfe Russland“. Die Flüge führten über Moskau nach Iwanowo. Dabei unterstützten ehemalige Angehörige der Transportstaffel 24 die Einsätze als Navigations- und Begleitoffiziere. Ihre Russischkenntnisse waren für die Durchführung der Flüge von besonderer Bedeutung.

In den folgenden Jahren, mit dem Zusammenbruch der UdSSR wurden die Russland-Hilfsflüge ausgeweitet. Zu den Zielen gehörten unter anderem Omsk und Iwanowo, wo Hilfsgüter wie komplette Bäckereiausrüstungen, medizinische Geräte und Medikamente für die notleidende Bevölkerung und ein Kinderkrankenhaus transportiert wurden.

Die Ereignisse dieser Zeit zeigen die Entwicklung von ersten Kontakten zwischen NVA und Bundeswehr hin zu einer gemeinsamen Zusammenarbeit und zu internationalen humanitären Hilfseinsätzen.