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Traditions­gemeinschaft
LTG 63

Humanitäre Hilfe in Äthiopien und im Sudan

In den Jahren 1984/85 leistete unser Geschwader humanitäre Hilfe in Äthiopien und dem Sudan.

1984
Vom 4. November 1984 bis zum 20. Dezember1985waren Transall C-160des Lufttransportgeschwaders 63 im Rahmen eines humanitären Hilfseinsatzes in Äthiopien und im Sudan eingesetzt. Auftrag war es, dringend benötigte Hilfsgüter und vor allem Getreide von den Seehäfen, unter anderem aus Assab am Roten Meer, in die von Hungersnot betroffenen Regionen im Landesinneren zu transportieren. Bereits am 4. November 1984verlegten zwei Transall mit Personal und Material nach Äthiopien.

Am 5. November 1984 wurde in Dire Dawa auf dem Flugplatz Aba Tenna ein Lufttransportstützpunkt eingerichtet. Von dort aus begannen bereits am folgenden Tag die Versorgungsflüge. Bis zum 27. November hatten die beiden eingesetzten Transall in rund 305 Flugstunden etwa 850 Tonnen Hilfsgüter in das äthiopische Bergland transportiert. Später wurde der Verladestützpunkt auf dem Flughafen Bole International in Addis Abeba eingerichtet.


Das sogenannte Afrikaverfahren (Aniolverfahren) wurde von Hohner Besatzungen entwickelt und erstmals angewendet.


Die Einsätze führten häufig zu abgelegenen und schwer zugänglichen Behelfsflugplätzen wie Almata und Lalibela. Teilweise standen nur etwa 900 Meter lange Pisten und handschriftliche Anflugskizzen zur Verfügung. In von Freiheitskämpfern kontrollierten Gebieten konnten bestimmte Flugplätze nicht angeflogen werden. Für die Versorgung besonders abgelegener Regionen entwickelten die Besatzungen ein spezielles Absetzverfahren, bei dem Lebensmittel im Tiefflug aus nur fünf bis sechs Metern Höhe abgeworfen wurden.

Bis Ende 1985 wurden im Rahmen des Einsatzes insgesamt 1.874 Einsätze mit 4.934 Flugstunden durchgeführt und rund 16.000 Tonnen Hilfsgüter nach Äthiopien transportiert. Weitere 3.675 Tonnen Hilfsgüter wurden in den Sudan geflogen. Der Einsatz stellte damit einen bedeutenden humanitären Beitrag der Bundeswehr zur Versorgung der von der Hungersnot betroffenen Bevölkerung dar.