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Traditions­gemeinschaft
LTG 63

Sieben Monate Somalia

Ab August 1992 fliegt das Geschwader Hilfsgüter in das vom Bürgerkrieg zerrissene Somalia — von Kenia aus, oft im Tiefflug.

1992

Am 21. August 1992 entscheidet die Bundesregierung, Hilfs- und Versorgungsflüge für Somalia aufzunehmen. Das Land ist vom Bürgerkrieg zerrissen, die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und Medikamenten bricht zusammen. Das LTG 61 aus Landsberg richtet dafür in Mombasa in Kenia einen Lufttransportstützpunkt ein, von dem aus im Rahmen von UN-Einsätzen geflogen wird.

Die Übernahme in Mombasa

Am 5. Oktober 1992 fliegt der Kommodore des LTG 63, Oberst Joachim Mörsdorf, selbst nach Mombasa. Er will sich vor Ort ein Bild von den Bedingungen und von der Zusammenarbeit mit den Hilfsorganisationen machen. Drei Tage später, am 8. Oktober, folgt das Hauptkommando mit Flugzeugbesatzungen und Technikern des Geschwaders und übernimmt den Stützpunkt.

Sandpisten und Abwürfe aus fünf Metern

Von Mombasa aus werden Flugplätze und Abwurfzonen in Somalia direkt angeflogen. Die Ziele heißen Bardera, Baidoa und Kismayu; teilweise landen die Besatzungen auf Sandpisten, die unmittelbar an den sogenannten Food Stations liegen. Auch Mogadischu wird angeflogen.

Wo eine Landung nicht möglich ist, kommt das Afrikaverfahren zum Einsatz — dasselbe, das sich Jahre zuvor bei den Hungerhilfsflügen in Äthiopien bewährt hatte. Die Lebensmittel werden in Mombasa auf Holzpaletten verpackt und im Tiefflug aus fünf bis sechs Metern Höhe abgeworfen.

Ein abruptes Ende

Der Einsatz dauert sieben Monate. Am 21. März 1993 ist er zu Ende, als der überstürzte Rückzug der Vereinigten Staaten den UN-Einsatz in Somalia beendet. In diesen sieben Monaten haben die Transall 655 Flüge durchgeführt und dabei 5.987 Tonnen Hilfsgüter befördert.