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Traditions­gemeinschaft
LTG 63

Der UN-Einsatz am Golf

Nach dem Golfkrieg von 1990/91 begann für die Bundeswehr eine neue Phase internationaler Einsätze unter dem Dach der Vereinten Nationen.

1991

Der UN-Einsatz am Golf

Auf Grundlage der UN-Resolution 687 wurde ab Mitte 1991 die Umsetzung der Waffenstillstandsbedingungen im Irak überwacht. Die dafür eingesetzte United Nations Special Commission (UNSCOM) hatte den Auftrag, irakische Massenvernichtungswaffen und entsprechende Produktionsanlagen aufzuspüren, deren Zerstörung einzuleiten und zu kontrollieren.

Zur Unterstützung der UN-Inspektoren forderten die Vereinten Nationen Lufttransportkapazitäten an. Die Bundesrepublik Deutschland stellte dafür zwei Transall C-160 mit Besatzungen und Technikern sowie drei CH-53-Hubschrauber bereit. Für die Bundeswehr war dies ein besonderer Einsatz, da die deutschen Besatzungen erstmals einen größeren Einsatz mit offiziellem UN-Status in einem fremden Land durchführten.

Am 29. Oktober 1991 verließ die erste weiß lackierte Transall mit blauer UN-Kennzeichnung den Standort Hohn in Richtung Bahrain. Das deutsche Transall-Kommando wurde in Manama stationiert und führte von dort aus Transporte in den Irak durch. Dieser Einsatz wurde am 30.September 1996 beendet.

Zu den Aufgaben gehörten der Transport von UN-Inspektoren, Personal und Material, der Transport von Proben zur Untersuchung sowie der Austausch und die Versorgung von UN-Personal. Außerdem wurden kuwaitisches Eigentum zurückgeführt und die in Bagdad eingesetzten deutschen CH-53-Transporthubschrauber personell und materiell unterstützt.

Der Einsatz markierte damit einen wichtigen Schritt in der Entwicklung der internationalen Aufgaben der Bundeswehr und zeigte die zunehmende Bedeutung des Lufttransports bei multinationalen UN-Missionen.